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Ein Spielmannszug zwischen Tradition und dem 21. Jahrhundert

Als sich vor 90 Jahren Mitglieder des Turnvereins Angermund zu einer Musikgruppe zusammenschlossen, konnte sicher keiner der Gründerväter unseres Corps ahnen, wohin dessen Weg geht. Einen Weltkrieg hinter sich, ein weiterer wurde unter bitteren Verlusten der Gemeinschaft erlebt, sollte sich gerade die Musik als gemeinsamer Faktor zeigen, der all´ die Krisen und den Wandel der Zeiten überlebte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte man den Spielmannszug als Halt in der sich neu findenden Gesellschaft. Das Corps fand in der Blütezeit des wirtschaftlichen Aufschwungs seinen Platz, viele junge Männer in Angermund betrachteten das Leben und Gestalten in der Angermunder Gemeinschaft als etwas "Besonderes" und waren stolz darauf, teilhaben und gestalten zu dürfen.
Betrachtet man die 70er und 80er Jahre, so begann in dieser Zeit bereits der Wertewandel unserer Gesellschaft die Vereine zu erreichen und machte auch vor der musikalischen Entwicklung des Spielmannszuges nicht Halt. Den Stolz, die Freude und die Begeisterung, einem Musikcorps in einer festgefügten Gemeinschaft anzugehören, begann an Wert zu verlieren. Berufliche Flexibilität, individuelle Freizeitgestaltung und die Entfremdung von der Tradition erreichten auch unser Corps. Es war die Weitsicht des damaligen Vorstandes, entgegen vieler Widerstände die ersten jungen Damen in unser Corps aufzunehmen. Das Gesicht des Spielmannszuges änderte sich, die Kontinuität und die Liebe zur traditionellen Marschmusik und dieser einmaligen Gemeinschaft blieben über die Jahre erhalten. Die Philosophie, jeden Einzelnen und seine persönliche Situation als höchstes Gut zu betrachten, der Glaube daran, dass nicht eine Person, sondern immer die Gemeinschaft das Gesicht des Spielmannszuges prägen, dass uns gelebte Kameradschaft zusammenhält, zeigt, dass sich auch in schwierigen Zeiten junge Menschen finden, um der gemeinsamen Basis Musik in Angermund eine Heimat zu geben.

Sechzig weibliche und männliche Spielleute sind heute im Spielmannszug Angermund vertreten, Nein, nicht der Anspruch auf perfekte Musik zeichnet uns aus;  wie sagt man in Bayern immer so treffen: "Mir san mir". Und genau das ist es, wir sind wir und in diesem Bewusstsein bleibt dieses Corps noch viele weitere Jahre bestehen.

Denn es gibt auch in Zukunft mit unserer Gemeinschaft viel zu erleben. Neben den Auftritten in unserer Umgebung haben wir uns bereits zwei Mal internationalen Musikwettbewerben gestellt und jeweils mit guten Noten abgeschlossen. Doch wir wissen, wie sehr wir uns verbessern können und dies ist die Aufgabe für die Zukunft. Eine weitere besteht darin, dieses Corps zukunftsfähig zu machen und den Wandel in den Generationen zu begleiten und es genießen, einfach dabei zu sein und das Glück zu empfinden, mit zu gestalten und traditionelle Musik weiter zu leben. Sicher wird die Marschmusik nie in den Charts der heutigen Músikszene zu finden sein, jedoch verbindet sie Generationen und ist von unseren Schützenfesten nicht wegzudenken.

Und genau diese Musik wird uns im 21. Jahrhundert begleiten, wenn die Sankt Sebastianus Bruderschaft Angermund 1511 e.V. das 500 jährige Jubiläum begeht. Wir, die Mitglieder dieser Gemeinschaft, leben in einer Zeit, in der wir das Glück haben, ein solches Jubiläum erleben zu dürfen. Lasst uns alle helfen, Spielleute und Angermunder, dieses Fest etwas Besonderes werden zu lasses. Denn es wird uns begleiten in den nächsten Jahren und es wird dieses Corps begleiten, weit über 2011 hinaus. Und lasst uns in unserem Bewusstsein nie verlieren, was einst bereits Wolfgang Amadeus Mozart bewegte und er in diesen Worten der Zukunft mit auf den Weg gab: "Ein Dorf ohne Musik ist wie eine Glocke ohne Klang."

Horst Stecher

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 03. April 2016 um 18:59 Uhr